Wald im Wandel zur Wildnis im Harz

Zeitreihenbilder zeigen wie schnell die Natur sich regeneriert

Für alle, die sich Sorgen machen, dass in den Waldbereichen mit aktuell sehr vielen abgestorbenen Fichten „nie wieder was wächst“ oder „es Generationen dauert, bis da wieder Wald ist“: Hier ein paar eindrückliche Zeitreihen, die zeigen, wie schnell sich die Natur nach vermeintlichen Katastrophen wieder regeneriert – in vielen Bereichen übrigens ohne menschliche Unterstützung entsprechend des weltweiten Nationalparkmottos „Natur Natur sein lassen“.

Zeitreihe Bremer Hütte (Fotos: Alena Badurova (2009), Mandy Gebara (2018), Danilo Hartung (2021))

Im Nationalpark Harz könnt ihr der Wildnis hautnah beim Wachsen zuschauen. Wir wünschen viel Spaß dabei 🙂

Natur Natur sein lassen und Starthilfe in einigen Bereichen

In über 70% des Nationalparks Harz übernimmt die Natur die Regie und zeigt uns, welchen Wald sie unter den heutigen Klimabedingungen eigenständig wachsen lässt. In den übrigen Bereichen bekommt die Natur noch Hilfe zur Selbsthilfe. In tieferen und mittleren Lagen waren einst ausgedehnte Laubwälder heimisch – ihre Rückkehr unterstützt der Nationalpark Harz durch Pflanzungen, da Samenbäume fehlen. Von 2008 bis 2020 wurden im Nationalpark Harz rund 5,2 Mio. Laubbäume gepflanzt. Sie wachsen zu Samenbäumen der zukünftigen wilden Naturwälder heran.

Zeitreihe Meineberg (Fotos: Ingrid Nörenberg (2012), Danilo Hartung (2021))

Laubbaumpflanzungen erfolgen in Abhängigkeit von der Höhenlage nur in der Naturentwicklungszone des Nationalparks. In den Hochlagen ab etwa 750 m ist die Fichte von Natur aus heimisch. Hier wird nicht gepflanzt, die Natur führt selbst erfolgreich Regie. Zahlreiche junge Fichten wachsen bereits nach.

Natur Natur sein lassen und Starthilfe für die Rückkehr der Laubwälder durch Laubbaum-Pflanzungen abhängig von der Höhenlage (Grafik: Mady Gebara)

Im Nationalpark erfolgt keine wirtschaftliche Nutzung. Es geht es um den Schutz natürlicher Prozesse, also die freie Entfaltung der Natur. Der Mensch greift in dieses Naturgeschehen nur ein, wo es notwendig ist, beispielsweise zur Sicherung von Wegen und Straßen sowie zum Schutz angrenzender Wirtschaftswälder oder eben mit gezielten Pflanzungen von Laubbäumen.

Sie sollen in den Bereichen der tieferen und mittleren Lagen eine Starthilfe für die Rückkehr der ursprünglich heimischen Laubwälder geben, weil es vielerorts dort keine Samenbäume für die Laubbäumchen mehr gibt. Die Fichten, die dazwischen wachsen, wurden nicht gepflanzt. Sie wachsen von selbst aus den Fichtensamen, die noch im Boden sind. Das ist aber nicht schlimm, denn sie wachsen jetzt wild verteilt, in Mischung mit den rückkehrenden Laubbäumen und nicht in gleichaltriger Monokultur wie früher.

In den Hochlagen ab 750 Höhenmetern kommt die Fichte ganz natürlich vor, dort ist das Klima für die Buche zu rau. Dort wird auch nicht gepflanzt, da die Laubbäume hier nicht heimisch sind. Die Fichte samt sich hier ganz von selbst aus und Jungfichten wachsen ohne Eingriffe des Menschen ganz von selbst heran.

Web: https://www.nationalpark-harz.de